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Marshallplan
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Der Marshallplancite-ref-1[1], offiziell European Recovery Program (ERP), war ein historisch bedeutendes WirtschaftsfĂśrderungsprogramm der USA fĂźr den Wiederaufbau der Staaten Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zeitraum von 1948 bis 1952 wurden Hilfen im Wert von ca. 13,12 Milliardencite-ref-2[2] US-Dollar (entspricht heute rund 155,05 Milliarden Dollar) an viele, insbesondere westeuropäische Staaten geleistet.cite-ref-3[3] Die BRD erhielt hiervon 1,41 Milliarden US-Dollar. Unter den am Programm teilnehmenden Staaten befanden sich neben den im Zweiten Weltkrieg mit den USA verbĂźndeten Staaten wie GroĂbritannien, Frankreich und den Beneluxländern auch die Kriegsgegner Bundesrepublik Deutschland und Ăsterreich. Den mittel- und osteuropäischen Staaten und der Sowjetunion wurden die Hilfen ebenfalls angeboten. Allerdings zog sich die Sowjetunion bald aus den Verhandlungen zurĂźck und verbot auch den unter ihrem Einfluss stehenden europäischen Staaten die Teilnahme.cite-ref-4[4]
Die Hilfsleistungen bestanden zu einem groĂen Teil aus Krediten sowie Lieferungen von Rohstoffen, Lebensmitteln und IndustriegĂźtern. Das Programm verstand sich als Hilfe zur Selbsthilfe und war an Bedingungen geknĂźpft, wie den Abbau von Handelshemmnissen, die Stabilisierung der eigenen Währung oder die zwischenstaatliche Kooperation. Die Initiative ging vom damaligen US-AuĂenminister George C. Marshall (Amtszeit 1947 bis 1949) aus, nach dem das Programm benannt und der deshalb auch 1953 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Da in den westeuropäischen Ländern spätestens ab 1950 der Nachkriegsboom einsetzte, galt und gilt der Marshallplan in der BevÜlkerung als sehr erfolgreich, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland.cite-ref-5-5-0[5] Wie groà sein tatsächlicher Anteil am Wirtschaftsaufschwung war, ist aber umstritten. Ohne Zweifel beschleunigte der Marshallplan die wirtschaftliche Erholung in Europa.cite-ref-d-lffer144f-6-0[6] Zudem war er ein entscheidender Impuls fßr die europäische Integration und den Abbau von Handelshemmnissen zwischen den westeuropäischen Staaten. Im Rahmen des Marshallplans wurde die Organisation fßr wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD bzw. erst OEEC) gegrßndet. In Deutschland verwaltet die Kreditanstalt fßr Wiederaufbau (KfW) noch heute das ursprßnglich aus dem Marshallplan entstandene SondervermÜgen.
Contents
⢠Erste Konzepte
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg
Deutschland und Ăsterreich
Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg waren sowohl Deutschland als auch Ăsterreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Auf der Konferenz von Potsdam hatten sich die Alliierten zwar noch auf eine gemeinsame Haltung verständigen kĂśnnen, jedoch traten die Interessengegensätze immer deutlicher hervor.
Die Besatzungsmächte hatten mit groĂen Problemen bei der Versorgung der BevĂślkerung mit Lebensmitteln und Wohnraum zu kämpfen. Viele Städte waren zerstĂśrt und die Infrastruktur stark beschädigt. AuĂerdem mussten sehr viele FlĂźchtlinge aus den ehemals deutschen Gebieten zusätzlich versorgt werden. Die Demontage von Industrieanlagen und die Ausfuhr von Kohle zu Entschädigungszwecken verschärften die Probleme, weil so dringend benĂśtigte GĂźter fĂźr den Wiederaufbau bzw. die Versorgung der BevĂślkerung fehlten. Bereits 1946 sahen sich die USA gezwungen, die ehemaligen Kriegsgegner mit HilfsgĂźtern (GARIOA) zu versorgen. Trotzdem brach im strengen Winter 1946/47, dem sog. Hungerwinter, die Versorgung in vielen deutschen Städten zusammen.cite-ref-7[7]
Auf der Pariser AuĂenministerkonferenz im Mai 1946 wurden die Spannungen und das Misstrauen zwischen den USA und der Sowjetunion immer deutlicher. Dieses fĂźhrte zu einem Umdenken der Amerikaner und Briten bei der Besatzungspolitik. Ende Mai 1946 stellten die USA die Reparationslieferungen aus ihrer Zone an die Sowjetunion ein. GroĂbritannien und die USA vereinbarten eine stärkere Kooperation und beschlossen 1947, die Bizone zu grĂźnden. 1948 wurde diese unter Einschluss der franzĂśsisch besetzten Gebiete zur Trizone erweitert.cite-ref-8[8]
Andere westeuropäische Staaten
In GroĂbritannien gewann die Labour Party unter Clement Attlee die erste Nachkriegswahl im Juli 1945 gegen den konservativen Amtsinhaber Churchill. In diesem Wahlsieg zeigt sich die Ungeduld und Frustration der BevĂślkerung nach dem gewonnenen âVolkskriegâ. Die Labour-Regierung setzte in den folgenden Jahren umfangreiche Reformen, wie die GrĂźndung des National Health Service und die Verstaatlichung von Industriezweigen, um. Zugleich verstand sich GroĂbritannien als Kolonialmacht und unterhielt eine kostspielige Flotte und Armee, während gleichzeitig die Dekolonialisierung begann.
In Folge des Krieges war GroĂbritannien stark bei den USA verschuldet. Da die noch auf den Krieg ausgerichtete Wirtschaft kaum fĂźr den Export produzierte, war das Land kaum in der Lage, seine Schulden zu bedienen. Als die USA im August 1945 ihre Kreditzahlung faktisch stoppten, stand das Land kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Mit dem British Loan Act wurde das Problem zwar wieder entschärft, offenbarte aber die Schwäche der ehemaligen Weltmacht GroĂbritannien und deren Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten.cite-ref-9[9]
In Frankreich und Italien brachte die Armut der Nachkriegsära den kommunistischen Parteien, die auch eine wichtige Rolle in den Widerstandsbewegungen gespielt hatten, Zulauf. Die Parti communiste français wurde bei der Wahl zur Nationalversammlung 1945 stärkste Kraft. Dazu stand die provisorische Regierung unter de Gaulle vor erheblichen Problemen. Nach der vier Jahre dauernden Besetzung Frankreichs durch Deutschland musste das Land neu aufgebaut und eine Verfassung erarbeitet werden. Im Januar 1946 erklärte de Gaulle wegen Konflikten mit der sozialistischen Mehrheit in der Nationalversammlung seinen RĂźcktritt. Bis 1947 folgten ihm drei weitere Ministerpräsidenten. Ăhnlich instabil war die Lage in Italien. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, dass Frankreich und Italien kommunistisch hätten werden kĂśnnen, heute von Historikern als gering angesehen wird,cite-ref-10[10] sahen einige Politiker der Westmächte darin eine reale Bedrohung und den Marshallplan als mĂśgliche Abhilfe.cite-ref-1-11-0[11]
USA und der Beginn des Kalten Krieges
Die Vereinigten Staaten von Amerika gingen als einziges Land gestärkt aus dem Zweiten Weltkrieg hervor. Das Land hatte verhältnismäĂig geringe KriegszerstĂśrungen in ihren Gebieten auĂerhalb der USA zu verzeichnen. Zudem erlebten die USA während des Zweiten Weltkrieges einen Wirtschaftsboom, da sehr viele KriegsgĂźter dort produziert wurden. Die Umstellung der Wirtschaft nach dem Krieg auf GĂźter fĂźr den privaten Konsum war allerdings nicht unproblematisch, da die Absatzmärkte in Europa nicht existierten. So war der Bedarf an Lebensmitteln und IndustriegĂźtern aus den USA in Europa zwar groĂ, allerdings verfĂźgten die Länder dort nicht Ăźber die notwendigen Dollarreserven.
Die kĂźnftige auĂenpolitische Ausrichtung des Landes war keineswegs unumstritten. Vor allem von Seiten der Republikaner gab es Forderungen nach einer RĂźckkehr zum Isolationismus. Der demokratische Präsident Truman war hingegen der Ansicht, die USA mĂźssten ihre weltpolitische Verantwortung wahrnehmen. Die Angst vor dem Kommunismus war allerdings auch bei den Republikanern weit verbreitet.
Ein AuslĂśser fĂźr die Entscheidung, die europäischen Länder einschlieĂlich Deutschland zu unterstĂźtzen, war die Containment-Politik unter Präsident Truman. Als ein Wendepunkt und damit auch der Beginn des Kalten Krieges wird häufig die Rede des amerikanischen Präsidenten am 12. März 1947 gesehen. In der Rede versprach er allen âfreien VĂślkernâ UnterstĂźtzung gegen Umsturzversuche durch die Sowjetunion. Anlass war die Situation in Griechenland und der TĂźrkei, wo die Sowjetunion versuchte, ihre Einflusssphäre auszubauen. Aufgrund der 1947 einsetzenden finanziellen Hilfen durch die USA gelang dies der UdSSR nicht.
Entstehen des Marshallplans
Erste Konzepte
Ein Richtungswechsel in der amerikanischen Deutschlandpolitik deutete sich bereits am 6. September 1946 in der Rede des US-AuĂenministers James F. Byrnes, der sog. Hoffnungsrede, in Stuttgart an. Die AuĂenministerkonferenz in Moskau vom 30. März bis 24. April 1947 ging ohne greifbare Ergebnisse zu Ende. Der entscheidende Konfliktpunkt zwischen den USA und der Sowjetunion war die sowjetische Forderung nach einer gemeinsamen Kontrolle der vier Mächte Ăźber das Ruhrgebiet. Truman war nicht bereit, die Westzonen dem sowjetischen Einfluss zu Ăśffnen.cite-ref-12[12] Dies fĂźhrte US-AuĂenminister Marshall zu der Einsicht, dass die USA mehr zur Stabilisierung der Länder in Europa tun mussten. Unmittelbar nach seiner RĂźckkehr aus Moskau beauftragte er George F. Kennan, die GrundzĂźge eines Aufbauprogramms auszuarbeiten.cite-ref-1-11-1[11] In Bezug auf die Besatzungspolitik befand sich das dafĂźr verantwortliche amerikanische AuĂenministerium in einem Dilemma. Im Rahmen der Containment-Politik musste verhindert werden, dass die Sowjetunion ihren Einfluss auf die westlichen Besatzungszonen in Deutschland und Ăsterreich ausdehnte. Deshalb sah man die Notwendigkeit, Deutschland und Ăsterreich wirtschaftlich und moralisch aufzubauen. Dem wirtschaftlichen Aufbau standen aber die Beschränkungen bei der Industrie und Reparationsleistungen wie der quasi entschädigungslose Export von Kohle und anderen Rohstoffen entgegen. Vor allem Frankreich bestand auf Entschädigung. Deshalb fĂźrchtete Marshall, Wirtschaftshilfe fĂźr Deutschland hätte ein âpolitisches Desaster in Frankreichâ und in der Ăźbrigen Welt zur Folge. âMarshall wollte die Vereinigten Staaten nicht dem Vorwurf aussetzen, Ăźber die KĂśpfe ihrer Freunde und Alliierten hinweg dem gerade besiegten Feind zum Wiederaufbau zu verhelfen.âcite-ref-2-13-0[13]
Rede Marshalls am 5. Juni 1947
In einer berĂźhmten, ca. zehnminĂźtigen Rede vor Absolventen der Harvard University schlug AuĂenminister Marshall am 5. Juni 1947 erstmals ein Hilfsprogramm fĂźr alle Staaten in Europa vor.cite-ref-0-14-0[14]
In der Rede geht Marshall zunächst sehr allgemein auf die wirtschaftlichen Verwerfungen in Europa ein. Dabei hebt er hervor, âdaĂ die [âŚ] sichtbaren ZerstĂśrungen wahrscheinlich weniger folgenschwer sind als die Desorganisation des ganzen GefĂźges der europäischen Wirtschaft.âcite-ref-0-14-1[14] Er beschreibt, dass sich durch die NS-Herrschaft sowie den Krieg Handelsbeziehungen aufgelĂśst haben. Zudem funktioniere âdie Grundlage der modernen Zivilisationâ, die Arbeitsteilung zwischen Stadt und Land, nicht mehr. Dies habe eine Versorgungskrise insbesondere in den Städten zur Folge.
Er hebt hervor, dass das wirtschaftliche und politische Interesse der USA an einem stabilen Europa offensichtlich sei. Die Hilfe der USA richte sich ânicht gegen irgendein Land oder eine Anschauung, sondern gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos.â Er lädt alle Länder in Europa zur Teilnahme ein, wobei eine Spitze gegen die UdSSR, wenn auch nicht ausdrĂźcklich genannt, schon deutlich ist:
âIch bin davon Ăźberzeugt, daĂ jede Regierung, die am Wiederaufbau mitarbeiten will, die volle UnterstĂźtzung der Vereinigten Staaten finden wird. Eine Regierung aber, die darauf hinarbeitet, den Wiederaufbau anderer Länder zu behindern, kann von uns keine Hilfe erwarten. DarĂźber hinaus mĂźssen Regierungen, politische Parteien oder Gruppen, die das menschliche Elend verewigen wollen, um davon politisch oder sonstwie zu profitieren, mit der Gegnerschaft der Vereinigten Staaten rechnen.âcite-ref-0-14-2[14]
Der Ansatz Marshalls, der später auch als âHilfe zur Selbsthilfeâ bezeichnet wird, wird von ihm erst am Ende der Rede erläutert. Er nennt Bedingungen, die mit dem Hilfsangebot verknĂźpft sind:
âEs ist aber klar, daĂ, [âŚ] die europäischen Länder in Bezug auf die Erfordernisse der Lage und des Anteils, den sie selbst Ăźbernehmen werden, zu einer Verständigung kommen mĂźssen [âŚ]. Es wäre fĂźr die Regierung der Vereinigten Staaten weder angemessen noch wirkungsvoll, wenn sie in einseitiger Weise ein Programm aufstellen wĂźrde, das dazu bestimmt ist, Europa wirtschaftlich wieder auf eigene FĂźĂe zu stellen. Das ist Sache der Europäer. Ich glaube, daĂ die Initiative von Europa ausgehen muĂ. [âŚ] Das Programm sollte von den europäischen Nationen gemeinsam aufgestellt und von einer Anzahl derselben, wenn nicht von allen, gebilligt sein.âcite-ref-0-14-3[14]
Voraussetzung fĂźr die Hilfe ist, dass die teilnehmenden europäischen Staaten sich untereinander verständigen und selbst bereit sind, einen Betrag zu leisten. Die Rolle der USA sieht er in âfreundschaftlicher Hilfe bei dem Aufstellen eines europäischen Programmsâ und in der âUnterstĂźtzung eines solchen [âŚ] sofern es uns ausfĂźhrbarâcite-ref-0-14-4[14] erscheint.
Reaktion und Verhandlungen
Die Rede Marshalls rief in Europa grĂśĂtenteils positive Reaktionen hervor. Schon am 27. Juni bis 2. Juli 1947 trafen sich die AuĂenminister der Alliierten ohne die USAcite-ref-15[15] zu einer auĂerordentlichen Konferenz in Paris, auf der die Hilfen besprochen wurden. Der AuĂenminister der Sowjetunion Molotow verlieĂ die Verhandlungen allerdings bald mit der BegrĂźndung, dass die USA sich mit dem Hilfsprogramm in die inneren Angelegenheiten der Staaten einmischen wĂźrden. Die Ablehnung des Hilfsprogramms durch die Sowjetunion konnte kaum Ăźberraschen, da es auf kapitalistischen Prinzipien und dem Freihandel beruhte.cite-ref-16[16] Es darf bezweifelt werden, dass Marshall ernsthaft mit einer Teilnahme der UdSSR an dem Hilfsprogramm gerechnet hatte, auch weil dann eine Mehrheit im republikanisch dominierten Kongress fraglich gewesen wäre.
Die Sowjetunion reagierte im Juli 1947 mit dem Molotow-Plan. Sie verhinderte die Einbeziehung der in ihrem Einflussbereich befindlichen Länder Mittel- und Osteuropas in den Marshallplan, obwohl einige Staaten, unter anderem Bulgarien, die Tschechoslowakei, Polen und Ungarn Interesse bekundeten. Stattdessen initiierte die Sowjetunion die Grßndung des Kominform und im Januar 1949 des Rats fßr gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) als politisch-wirtschaftliche Alternative.cite-ref-17[17]
Im Anschluss an die AuĂenministerkonferenz kamen am 12. Juli 1947 in Paris Vertreter von insgesamt 16 Staaten zusammen, um Ăźber gegenseitige UnterstĂźtzungsmaĂnahmen und die notwendige Hilfe aus den USA zu verhandeln. Neben Frankreich und GroĂbritannien, denen bei den Verhandlungen eine FĂźhrungsrolle zukam, waren die Benelux-Staaten, Dänemark, Griechenland, Irland, Island, Italien, Norwegen, Portugal, Schweden, die TĂźrkei sowie die westlichen Besatzungszonen Deutschlands und Ăsterreich vertreten. Im US-AuĂenministerium, das zunächst nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt war, hatte man sich im Vorfeld auf Prinzipien verständigt, die Bedingungen fĂźr die Hilfe der USA darstellten. Diese Prinzipien bestanden neben der gegenseitigen Hilfe der europäischen Staaten und der Hilfe zur Selbsthilfe in der Liberalisierung des innereuropäischen Handels, der Währungskonvertibilität sowie der Schaffung einer supranationalen Institution. Zudem war die Reintegration Westdeutschlands (Trizone) in den europäischen Handel ein wichtiges Anliegen der USA.cite-ref-18[18]
Es erwies sich fĂźr die europäischen Staaten als sehr schwierig, sich auf gemeinsame Hilfen zu verständigen. FĂźr Frankreich war die Behandlung der Ruhrfrage sowie die kĂźnftige Rolle Deutschlands lange strittig. Auch in GroĂbritannien war man keineswegs mit allen Forderungen der USA einverstanden. Ende August 1947 waren die USA von den Verhandlungsergebnissen enttäuscht: Die Erwartungen der Europäer summierten sich auf 29 Mrd. Dollar und ohne konkrete Zusagen Ăźber eigene Leistungen.cite-ref-19[19] Erst nach erheblichem Druck durch die USA gelang schlieĂlich eine Einigung Ende September 1947, so dass die europäischen Staaten am 22. September 1947 den Vertrag unterzeichneten.cite-ref-20[20]
Verabschiedung durch den Kongress
Erst nach der grundlegenden Einigung der Europäer konnte das Gesetz im September 1947 in den Kongress eingebracht werden. Nach Beratungen in Repräsentantenhaus und Senat wurde der Marshallplan schlieĂlich am 3. April 1948 mit groĂer Mehrheit verabschiedet und am selben Tag von US-Präsident Harry S. Truman in Kraft gesetzt. Die Hilfen mussten jährlich neu beantragt werden, so dass der Kongress auch weiterhin Mitspracherecht hatte. Insgesamt waren 17 Mrd. Dollar vorgesehen, die am Ende des Programms 1952 nicht vollständig ausgeschĂśpft werden mussten.
Motive der USA fĂźr den Marshallplan
Als US-AuĂenminister Marshall am 5. Juni 1947 die Rede zum später nach ihm benannten Hilfsprogramm hielt, hatte er kein ausgearbeitetes Konzept dazu vor Augen. Vielmehr sahen sich die USA in Europa mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert und suchten nach einem Weg, die politische und wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, um den sowjetischen Einfluss in Europa einzudämmen (siehe Containment-Politik).
In der Forschung sind eine Vielzahl von GrĂźnden, die die USA zu dem umfassenden Hilfsprogramm veranlasst haben, diskutiert worden, ohne ein abschlieĂendes Ergebnis zu erzielen. Konsens ist, dass unterschiedliche Motive zum Marshallplan gefĂźhrt haben. Einige Forscher betonen, dass es gerade die diplomatische Leistung des Marshallplans war, mit einem Hilfsprogramm sehr verschiedene Problemstellungen zu entschärfen.cite-ref-3-21-0[21] Zu den Aspekten, die häufig erwähnt werden, zählen folgende:
⢠die schlechte wirtschaftliche Lage in Europa: z. B. die Währungskrise in GroĂbritannien, Frankreich und Italien
⢠das Scheitern vorangegangener Hilfsprogramme
⢠das Interesse der USA am freien Handel und an Europa als Exportmarkt
⢠die Erfolge der kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien
⢠die aussichtslose Lage in den Besatzungszonen: die katastrophale Versorgungslage, die steigenden Kosten fßr die Besatzungsmächte, Proteste gegen die Demontage und Resignation in der BevÜlkerung
⢠Frankreichs Weigerung, die Reparationsleistungen Deutschlands zu verringern (Ruhr-Frage)cite-ref-2-13-1[13]
⢠die Entscheidung, Griechenland und der Tßrkei zu helfen, um den Einfluss der Sowjetunion zurßckzudrängen
Die Entwicklung des Marshallplans von seiner ersten Konzeption im Mai 1947 bis zur Verabschiedung durch den Kongress im April 1948 beurteilt John Gimbel so:
âDie heute bekannte Entwicklung des Marshall-Plans aus den Moskauer Entscheidungen Ăźber Deutschland ist eine komplizierte Geschichte des Gebens und Nehmens zwischen KongreĂ und Regierung Truman; zwischen Armee und AuĂenministerium; zwischen Franzosen auf der einen, Briten und Amerikanern auf der anderen Seite sowie zwischen den Europäern selbstâcite-ref-3-21-1[21]
DurchfĂźhrung des Marshallplans
Verwaltung der Mittel: ECA und OEEC (OECD)
FĂźr die Organisation der Hilfen wurde von den USA eine BehĂśrde, die Economic Cooperation Administration (ECA), gegrĂźndet. Die ECA wurde bis 1950 von Paul G. Hoffmann geleitet, einem erfahrenen Industrie-Manager, und hatte zwischenzeitlich bis zu 7000 Mitarbeiter. Sie unterhielt BĂźros in allen beteiligten Ländern. Eine groĂe Abteilung der ECA befand sich in Paris mit allein 600 Angestellten. Die Zweigstellen in Europa sollten engen Kontakt mit den Regierungen halten und die sinnvolle Verwendung der Mittel koordinieren und Ăźberwachen. Zudem wurden mit jedem Empfängerland bilaterale Vereinbarungen abgeschlossen.cite-ref-4-23-0[23]
Von den sechzehn am Marshallplan beteiligten europäische Länder wurde am 16. April 1948 in Paris der Ausschuss fĂźr europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC), der Vorläufer der heutigen OECD, gegrĂźndet. Die GrĂźndung dieser Organisation war eine Bedingung der USA und sollte die Kooperation unter den Ländern in Europa stärken. Es war die Aufgabe der OEEC Vorschläge zu erarbeiten, wie die Gelder zwischen den Empfängerländern aufgeteilt und wofĂźr sie verwendet werden sollten. Zu diesem Zweck wurden Wirtschaftsdaten erhoben und eine Art Vier-Jahresplan mit Zielen hinsichtlich der Industrie- und Rohstoffproduktion sowie notwendiger Investitionen aufgestellt. Auf der Basis dieser Ziele wurden Vorschläge erarbeitet, wie und wofĂźr die Mittel aus dem Marshallplan verwendet werden sollten. Diese Ziele wurden jährlich ĂźberprĂźft und entsprechend angepasst. Die Entscheidung Ăźber die Verwendung der Mittel blieb aber bei den USA und dem Kongress. Die Aufgaben der OEEC rief bei europäischen Regierungen auch Widerstand hervor, da diese die nationale Souveränität berĂźhrten. Deshalb hätten insbesondere Frankreich und GroĂbritannien lieber mit den USA direkt verhandelt, allerdings bestand die ECA auf die Notwendigkeit einer gemeinsamen Wirtschaftsstrategie in Europa, die in der OEEC erarbeitet werden sollte.cite-ref-24[24]
AuĂerdem war man in den USA der Ăberzeugung, dass der Abbau von Handelshemmnissen notwendig sei, um die europäische Wirtschaft wieder aufzubauen. Diese Aufgabe fiel auch der OEEC zu. Während anfangs noch der Fokus der US-Regierung auf der Wiederherstellung des Bretton Woods Abkommens lag, stand ab 1949 die Belebung des innereuropäischen Handels im Vordergrund. Dazu war neben dem Abbau von Handelsbeschränkungen auch die Liberalisierung des Zahlungsverkehrs in Europa notwendig. 1950 wurde deshalb im Rahmen der OEEC die Europäische Zahlungsunion (EPU) gegrĂźndet, die ein System mit festen Wechselkursen zwischen den europäischen Währungen einfĂźhrte.cite-ref-25[25]
HĂśhe und Zuteilung der Mittel
In der Forschungsliteratur besteht keine Einigkeit Ăźber die HĂśhe der Zuwendungen aus dem Marshallplan sowie deren Aufteilung zwischen den einzelnen Ländern. Die Angaben Ăźber die Gesamtzahlungen schwanken zwischen 10,3 Mrd. und 13,9 Mrd. US-Dollar. Dies liegt daran, dass das Ende des Marshallplans in der Literatur unterschiedlich angesetzt wird (31. Dezember 1951, 30. Juni 1952 bzw. 31. Dezember 1952). AuĂerdem werden Leistungen aus anderen Hilfsprogrammen der USA (z. B. GARIOA oder MSA) in unterschiedlicher Weise berĂźcksichtigt.cite-ref-26[26] Die Tabelle unten ist der deutschen Forschungsliteratur entnommen, der ein Bericht der Bundesregierung von 1953 zugrunde liegt.cite-ref-27[27] Online verfĂźgbar sind Angaben aus dem statistischen Jahrbuch der USA.cite-ref-28[28]
| Land | 1948/49 | 1949/50 | 1950/51 | 1951/52 | 1952/53 | Insgesamt | Insgesamt in % |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Osterreich Ăsterreich | 280 | 166,5 | 114,3 | 116,0 | 35 | 0 711,8 | 0 5,12 % |
| Belgien Belgien und Luxemburg Luxemburg | 261,4 | 210,9 | 74,3 | 8,9 | â | 0 555,5 | 0 3,99 % |
| Danemark Dänemark | 126,2 | 86,1 | 45,1 | 14,0 | 4,5 | 0 275,9 | 0 1,98 % |
| Frankreich Frankreich | 1313,4 | 698,3 | 433,1 | 261,5 | 100 | 2806,3 | 20,18 % |
| Deutschland Deutschland | 613,5 | 284,7 | 399,1 | 91,7 | 23,8 | 1412,8 | 10,16 % |
| Griechenland Griechenland | 191,7 | 156,3 | 167,1 | 178,8 | â | 0 693,9 | 0 4,99 % |
| Island Island | 8,3 | 7,0 | 8,4 | 5,5 | 0,6 | 0 0 29,8 | 0 0,21 % |
| Irland Irland | 86,3 | 44,9 | 15,0 | â | â | 0 146,2 | 0 1,05 % |
| Italien Italien | 668 | 403,7 | 244 | 159,3 | 40 | 1515 | 10,89 % |
| Niederlande Niederlande (ohne Indonesien ) | 507 | 268,3 | 101,9 | 100 | â | 0 977,3 | 0 7,03 % |
| Norwegen Norwegen | 101,1 | 89,5 | 46,1 | 16,8 | â | 0 253,5 | 0 1,82 % |
| Portugal Portugal | â | 38,8 | 11,7 | â | â | 0 0 50,5 | 0 0,36 % |
| Schweden Schweden | 45,4 | 51,9 | 21,2 | â11,4 | â | 0 107,1 | 0 0,77 % |
| Jugoslawien Sozialistische FĂśderative Republik Jugoslawien | â | â | 29 | 80,3 | 50,0 | 0 159,3 | 0 1,15 % |
| Turkei TĂźrkei | 49 | 58,5 | 45 | 70 | 20 | 0 242,5 | 0 1,74 % |
| Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KĂśnigreich | 1619,7 | 907,9 | 298,4 | 350 | 266,9 | 3442,8 | 24,75 % |
| Triest | 17,9 | 12,5 | 2,1 | â | â | 0 0 32,6 | 0 0,23 % |
| Indonesien Indonesien | 64,1 | 37,3 | â | â | â | 0 101,4 | 0 0,73 % |
| Allg. Frachtvorauszahlungen | â | â | â | 33,5 | â | 0 0 33,5 | 0 0,24 % |
| EZU-Kapitalfonds | â | â | 350 | 11,4 | â | 0 361,4 | 0 2,60 % |
| Insgesamt | 5.953 | 3.523 | 2.405,9 | 1.486,2 | 0 540,8 | 13.908,9 | |
ECA/MSA: âEconomic Cooperation Administrationâ war fĂźr den Marshallplan, die âMutual Security Agencyâ fĂźr das Nachfolgeprogramm ab 1951 zuständig
Importhilfen und Counterpart Funds
Neunzig Prozent der Mittel aus dem Marshallplan wurden fĂźr ZuschĂźsse verwendet, die auf aus den USA importierte Waren gewährt wurden.cite-ref-4-23-1[23] Die Regierungen der Empfängerländer mussten jedoch den Gegenwert dieser ZuschĂźsse in inländischer Währung in Gegenwertfonds (Counterpart Funds) einzahlen. Dies geschah in der Regel, indem die Waren zu Marktpreisen in inländischer Währung verkauft wurden.cite-ref-30[30] Das SondervermĂśgen wurde von den Regierungen verwaltet, die Verwendung musste aber durch die ECA genehmigt werden. Die Counterpart Funds dienten der FĂśrderung des nationalen Wiederaufbaus. Auf diese Weise wurden Investitionen in Industrie und Infrastruktur finanziert.cite-ref-31[31] Nur in GroĂbritannien und Norwegen wurden die Counterpart Funds in erster Linie zum Abbau der Staatsverschuldung verwendet.cite-ref-32[32]
In den deutschen und Ăśsterreichischen Besatzungszonen wurde das SondervermĂśgen erst später den nationalen Regierungen Ăźbergeben und die Hilfen mussten teilweise zurĂźckgezahlt werden.cite-ref-33[33] Die Investitionshilfe aus den Counterpart Funds wurden dort als gĂźnstig verzinster Kredit vergeben. In Deutschland verwaltet die Kreditanstalt fĂźr Wiederaufbau (KfW) noch heute das ursprĂźnglich aus dem Marshallplan entstandene SondervermĂśgen. In Ăsterreich Ăźbergab die US-Regierung das Counterpart-Konto am 1. Juli 1962 an die Regierung. Seit 2002 wird dieser Fonds von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws), der FĂśrder- und Finanzierungsbank der Republik Ăsterreich, betreut.
Zusammensetzung der Warenlieferungen aus dem Marshallplan (in Prozent, ausgewählte Länder)
| | Gesamt | GroĂbritannien | Frankreich | BR Deutschland | Italien | Andere Länder² |
|---|---|---|---|---|---|---|
| nach Warengruppen (in %, gerundet) | | | | | | |
| Lebensmittel, Futter, DĂźngemittel | 26 | 30 | 10 | 43 | 17 | 30 |
| Ăl/Kohle | 13 | 12 | 23 | 4 | 14 | 10 |
| rohe Baumwolle | 11 | 9 | 14 | 19 | 25 | 5 |
| andere Rohstoffe | 15 | 25 | 13 | 15 | 6 | 13 |
| Maschinen / Fahrzeuge | 12 | 6 | 17 | 3 | 15 | 14 |
| Tabak | 4 | 8 | 1 | 5 | 0 | 3 |
| andere Waren | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 | 1 |
| Transportkosten | 6 | 3 | 12 | 8 | 9 | 4 |
| EZU Kapital und Hilfe | 4 | 1 | 0 | 0 | 0 | 11 |
| Sonstigesš | 8 | 4 | 8 | 3 | 13 | 9 |
šnoch nicht erfasste Transportkosten und technische Unterstßtzung
²und EZU (europäische Zahlungsunion)
Verwendung der Counterpart Funds in Prozent, ausgewählte Länder
| | Insgesamt | GroĂbritannien | Frankreich | BR Deutschland | Italien | Ăźbrige Länder |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Insgesamt (Mio. $) | 8651 | 1763 | 2703 | 1009 | 1042 | 2134 |
| Verteilung nach Bereichen (in %, gerundet) | | | | | | |
| Ăffentliche Schulden | 29 | 97 | 6 | 0 | 0 | 31 |
| Landwirtschaft | 7 | 0 | 9 | 7 | 20 | 4 |
| Bergbau | 6 | 0 | 13 | 9 | 0 | 2 |
| Rohstoffe | 4 | 0 | 7 | 5 | 2 | 4 |
| Elektrizität | 12 | 0 | 27 | 18 | 0 | 5 |
| Eisenbahn | 6 | 0 | 7 | 1 | 26 | 4 |
| Schifffahrt | 2 | 0 | 3 | 4 | 2 | 2 |
| andere Industrie | 16 | 0 | 9 | 31 | 29 | 26 |
| Waffen | 4 | 3 | 8 | 0 | 0 | 5 |
| Sonstiges | 13 | 0 | 12 | 25 | 21 | 16 |
Ăffentlichkeitsarbeit und technische UnterstĂźtzung
Der Marshallplan wurde von umfangreichen PR-MaĂnahmen begleitet, die ebenfalls aus dem Hilfs-Budget finanziert wurden. Jeder Empfänger von Hilfsleistungen war verpflichtet, mit Tafeln auf den Marshallplan hinzuweisen. AuĂerdem wurden Plakate, Ausstellungen und Filme produziert, die die BevĂślkerung auch schon vor Eintreffen der Hilfen informierten. Mit einem eigens dafĂźr angemieteten Zug wurde eine mobile Ausstellung zum Marshallplan durch die Bundesrepublik Deutschland geschickt.
Zusätzlich begleitete ein Kulturprogramm den Marshallplan. Ăberall in Europa entstanden Amerika-Häuser, die die amerikanische Kultur vermitteln sollten. Insbesondere in Westdeutschland und Ăsterreich wurden viele solcher Einrichtungen gegrĂźndet.cite-ref-36[36] Sie dienten auch dazu, das Demokratieverständnis der USA zu erklären und waren somit ein Teil der Umerziehungs- bzw. EntnazifizierungsmaĂnahme. In Frankreich und Italien wurden amerikafreundliche Politiker und Gewerkschafter mit Mitteln aus dem Marshallplan unterstĂźtzt.
Ein Ziel des Marshallplans war die Steigerung der Produktivität der europäischen Industrie und Landwirtschaft. Um den Europäern zu helfen, dieses Ziel zu erreichen, wurden technische UnterstĂźtzungsmaĂnahmen organisiert. Zahlreiche Experten reisten aus den USA nach Europa. Umgekehrt besuchen viele europäische Manager die USA, damit sie die dortigen Produktions- und Buchhaltungsmethoden kennenlernen.
âThrough 1949, $5 million had been set aside for technical assistance under which 350 experts had been sent from the United States to provide services, and 481 persons from Europe had come to the United States for training. By the end of 1951, with more than $30 million expended, over 6,000 Europeans representing management, technicians and labor had come to the United States for periods of study of U.S. production methods.âcite-ref-37[37]
Da die USA in vielen Wirtschaftsbereichen mit fortschrittlicheren Methoden produzierten als Europa,cite-ref-38[38] ist die Bedeutung dieses Wissenstransfers nicht zu unterschätzen. Neben modernen Management- und Produktionsmethoden wurde so auch amerikanisches Konsumverhalten und Geschäftsmodelle in Europa bekannt.cite-ref-39[39]
Besonderheiten in einzelnen Ländern
Verwaltung der Mittel in der Bundesrepublik Deutschland
Die USA gewährten im Rahmen des Marshallplans Gelder in HÜhe von insgesamt fast 14 Milliarden US-Dollar, Westdeutschland erhielt davon ca. 1,4 Milliarden. Die Gesamtsumme entspricht nach heutigem Geldwert etwa 130 Milliarden USD (Stand 2015).cite-ref-40[40] Von der Gesamtsumme an Westdeutschland wurde bis 1966 etwa 1 Milliarde durch den Bund ßber den Haushalt direkt abbezahlt und der Rest erlassen.cite-ref-41[41]cite-ref-8-42-0[42]
Eine besondere Bedeutung bekam die Kreditanstalt fĂźr Wiederaufbau (KfW), die am 16. Dezember 1948 in Frankfurt am Main ihre Arbeit aufnahm. Westdeutschland erhielt die Mittel in Form von WirtschaftsgĂźtern, vor allem Nahrung, Treibstoff und Medikamentecite-ref-43[43], deren Kaufpreis ging an die KfW, welche diese Mittel wiederum zur Kreditvergabe nutzte, wofĂźr Westdeutschland die US-Dollar denominierte Schuldenlast der Importe trug, welche die USA vorweg finanzierten,cite-ref-8-42-1[42] was insgesamt auch ein US-Konjunkturprogramm darstellte.cite-ref-44[44] Am 5. November 1948 hatte der Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes die Voraussetzungen geschaffen. Hermann Josef Abs wurde Vorstand. Heute verwaltet die KfW-Bankengruppe im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums das ERP-SondervermĂśgen in HĂśhe von zwĂślf Milliarden Euro und finanziert damit Programme zur WirtschaftsfĂśrderung.
Ăsterreich
Ăsterreich erhielt als einziger Staat, der (teilweise) von sowjetischen Truppen besetzt war (siehe sowjetische Besatzungszone in Ăsterreich), Marshallplan-Hilfe.cite-ref-stiefel-45-0[45] Das Abkommen zwischen den USA und Ăsterreich wurde am 2. Juli 1948cite-ref-46[46] geschlossen; danach erhielt Ăsterreich die Mittel als Grants (Geschenk) in Form von SachgĂźtern. Im Gegenzug musste Ăsterreich den Schilling stabilisieren und den Staatshaushalt mĂśglichst ausgeglichen halten. Die Sowjetunion lieĂ sich die Zustimmung in der alliierten Kommission mit einem anderen Wechselkurs fĂźr ihre BarvermĂśgen abkaufen.
Die erhaltenen Waren mussten zum Inlandspreis verkauft werden. Die Einnahmen aus diesen Verkäufen mussten auf ein Counterpart-Konto eingezahlt werden. Warenlieferungen erfolgten bis 1953 und erreichten einen Wert von ungefähr einer Milliarde Dollar. Die US-Regierung Ăźbergab das Counterpart-Konto mit einem Guthaben von 11,2 Milliarden Schilling am 1. Juli 1962 an Ăsterreich;cite-ref-stiefel-45-1[45] aus diesem entstand der ERP-Fonds, der seit 2002 von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws), der FĂśrder- und Finanzierungsbank der Republik Ăsterreich, verwaltet wird.
Die FĂśrderungen fĂźr Ăsterreich waren relativ hoch. DafĂźr gab es zwei GrĂźnde: Zum einen war Ăsterreich vor dem Zweiten Weltkrieg sehr schwach industrialisiert und musste erst eine Industrie errichten, zum anderen wurde die sowjetische Besatzungszone von den Sowjets wirtschaftlich ausgebeutet (die USIA-Betriebe lieferten keine Steuern an den Staat ab). Im Gegensatz zu Deutschland brauchte Ăsterreich zwar gemäà Art. 21 des Ăsterreichischen Staatsvertrags von 1955 keine Reparationen an die Sowjetunion zu zahlen, in dessen Art. 22 heiĂt es aber: âDie Sowjetunion erhält fĂźr eine Geltungsdauer von dreiĂig Jahren Konzessionen auf Ălfelder, die 60 % der ĂlfĂśrderung in Ăsterreich im Jahre 1947 entsprechen [âŚ] Die Sowjetunion erhält Ălraffinerien mit einer jährlichen Gesamtproduktion von 420.000 Tonnen RohĂśl [âŚ] Die Sowjetunion erhält die in Ungarn, Rumänien und Bulgarien gelegenen VermĂśgenswerte der DDSGâ. Auch wegen der Propagandawirkung im Kalten Krieg galt Ăsterreich als besonders fĂśrderungswĂźrdig.
Blockfreie Staaten
Zwei westeuropäische Staaten (Finnland und Spanien) nahmen nicht an dem Programm teil. Finnland betrieb nach 1945 eine blockferne, neutrale Politik, die wegen der geopolitischen Lage des Landes auf Befindlichkeiten der Sowjetunion Rßcksicht nahm, und verzichtete daher (siehe Geschichte Finnlands#Finnland in der Zeit des Kalten Krieges).
Spanien bewarb sich um Teilnahme am Programm, was abgelehnt wurde, da das Franco-Regime Spaniens faschistoide ZĂźge aufwies, die die USA nicht unterstĂźtzen wollten. Gegen Ende der 1950er Jahre bekam Spanien Hilfe aus einem OEEC-Sonderfonds, die zum âspanischen Wirtschaftswunderâ fĂźhrte.
Jugoslawien konnte nach dem Bruch mit der Sowjetunion 1948 noch verspätet am Marshallplan teilnehmen.
In der Schweiz war die Teilnahme am Marshallplan wegen des Neutralitätgebots umstritten.cite-ref-47[47] Die Regierung beteiligte sich aber an den Verhandlungen 1947 in Paris und trat 1948 der OEEC / OECD bei. Ein bilaterales Abkommen mit den USA, das die Voraussetzung fßr Hilfen aus dem Marshallplan gewesen wäre, kam allerdings nicht zu Stande. Deshalb war die Schweiz zwar Teil der wirtschaftlichen Vereinbarungen im Rahmen der OEEC bzw. des Marshallplans, erhielt aber bis 1949 keine finanziellen oder materiellen Hilfen aus dem Programm. Erst mit der Grßndung der europäischen Zahlungsunion (EZU) im September 1950 konnte die Schweiz auch Hilfen, vermutlich in Form von Krediten, aus dem Marshallplan in Anspruch nehmen.cite-ref-48[48] Insgesamt hat die Schweiz 1950 / 1951 nach einer Aufstellung von Roy Gardner / Imanuel Wexlercite-ref-49[49] ca. 250 Millionen US-Dollar an Hilfen aus dem Marshallplan erhalten.
Bewertung des Marshallplans in der Forschung
Es ist schwer mĂśglich, einen vollständigen Ăberblick Ăźber die Ergebnisse der umfangreichen Forschung zum Marshallplan zu geben. Da der Marshallplan sechzehn Länder mit unterschiedlichem Ăśkonomischen, politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen betraf, kĂśnnen sich MaĂnahmen und Wirkungen zwischen den Ländern unterscheiden. Zudem ist der Marshallplan nicht immer eindeutig von anderen Hilfsprogrammen der USA fĂźr Europa abzugrenzen. Der folgende Ăberblick bezieht sich in wesentlichen Teilen auf die Darstellung des Forschungsstands in den Bänden 18cite-ref-d-lffer144f-6-1[6] und 19cite-ref-7-50-0[50] der Reihe Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Ein Schwerpunkt liegt auf den Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland.
Wirtschaftliche Bedeutung
Gemessen an den vom Kongress und der OEEC formulierten Zielen war der Marshallplan ein voller Erfolg. 1951 war die Produktivität von Industrie und Landwirtschaft in Europa weit Ăźber dem Vorkriegsniveau von 1938 und Ăźbertraf die in das Programm gesteckten Erwartungen. Die Handelsbilanz zwischen Europa und den USA war zwar weiterhin negativ, das Defizit hatte sich aber 1952 gegenĂźber 1948 halbiert. Zudem waren 1952 groĂe Fortschritte beim Abbau von Handelshemmnissen erreicht worden.cite-ref-51[51] AuĂerdem wurden diese Ziele in kĂźrzerer Zeit als gedacht und mit weniger Mitteln, als ursprĂźnglich vorgesehen waren, erreicht.cite-ref-52[52]
Unumstritten ist die schnelle wirtschaftliche Erholung Europas nach dem Krieg. Der Anteil des Marshallplans an diesem Erfolg ist wiederholt hinterfragt worden. Rein nominell berechnete der Wirtschaftshistoriker Barry Eichengreen eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes von 1948 bis 1951 durch die ERP-Hilfsmittel jährlich auf durchschnittlich 0,5 Prozentcite-ref-53[53], was insgesamt weniger als drei Prozent des Nationaleinkommens der 16 unterstĂźtzten Länder ausmachte. FĂźr die Bundesrepublik hat insbesondere Werner Abelshauser argumentiert, dass die KriegszerstĂśrungen geringer als angenommen waren und deshalb die Erholung der Wirtschaft in der West-Zone nach der Währungsreform weitgehend ohne Marshallplan Gelder einsetzte.cite-ref-54[54] Auch fĂźr die Entwicklung in Westeuropa kommt Abelshauser zu dem Schluss, dass der Aufschwung unmittelbar nach dem Krieg einsetzte und im Winter 1946/1947 lediglich unterbrochen wurde. Demnach steht der Marshallplan nicht am Anfang der wirtschaftlichen Erholung in Europa, sondern hat diese lediglich unterstĂźtzt.cite-ref-55[55] Andere Forscher widersprechen dieser These und heben hervor, dass der Marshallplan sehr wohl âentscheidenden Einfluss auf die westdeutsche und die europäische Wirtschaftsentwicklungâcite-ref-56[56] hatte.cite-ref-7-50-1[50]
Viele Forscher begrĂźnden das schnelle Wachstum nach dem Krieg auch mit der durch den Marshallplan und die OEEC gefĂśrderten Liberalisierungspolitik, die dafĂźr sorgte, dass zwischenstaatliche Handelsbeschränkungen reduziert oder abgeschafft wurden.cite-ref-57[57] Hinzu kommt die stabilisierende Wirkung der Hilfen auf die europäischen Währungen und die Ăberwindung des sog. âDollar Gapâ.cite-ref-58[58] Weitgehend Einigkeit besteht darin, dass diese Entwicklung positiv fĂźr die europäische Wirtschaft war. Allerdings ist auch gefragt worden, ob die Liberalisierung des Handels und die Ăberwindung der Währungskrise in Europa auch ohne Marshallplan zu Stande gekommen wäre.cite-ref-59[59]
Bereits seit der Weltwirtschaftskrise 1929 war die kapitalistisch-liberale Wirtschaftsordnung in Europa gestĂśrt und europäische Regierungen neigten nach dem Krieg zu Verstaatlichungen von Industrie und staatlicher Wirtschaftslenkung. Diese âsozialistischen Experimente in West-Europaâcite-ref-60[60] endeten bald und einige Forscher sprechen von einer âkapitalistischen Restaurationâcite-ref-61[61] etwa nach 1948. Es ist häufig argumentiert worden, dass der Marshallplan die RĂźckkehr zu einer liberalen Wirtschaftsordnung nach amerikanischem Vorbild bewirkt oder zumindest gefĂśrdert hat.cite-ref-62[62] Abelshauser widerspricht dieser These und argumentiert, dass die wirtschaftspolitischen Konzepte der sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien in GroĂbritannien und Frankreich schlicht nicht in die Ăśkonomische Realität der Nachkriegsjahre passten und deshalb pragmatisch angepasst werden mussten.cite-ref-63[63]
âNatĂźrlich versuchten die USA, den kommunistischen EinfluĂ in Frankreich und Italien einzudämmen, und sie setzten dazu auch den Marshall-Plan ein. Doch es gibt wenig AnlaĂ, alle diese Wirkungen â soweit sie Ăźberhaupt eingetreten sind â dem Marshall-Plan zuzuschreiben. Westeuropa war nicht gezwungen, jedem politischen und wirtschaftlichen Druck aus Washington nachzugeben. Seine Verhandlungsposition war schon deshalb nicht schwach, weil auch die Vereinigten Staaten VerbĂźndete in Europa brauchten und kein westliches Land einfach seinem Schicksal Ăźberlassen konnten. Vor allem Frankreich spielte diesen Trumpf auch immer wieder aus. Der Marshall-Plan hat im Gegenteil â vor allem in England und Frankreich â im Interesse der wirtschaftlichen Stabilisierung Westeuropas gerade jene Erscheinungen und Experimente in der Wirtschaft indirekt mitfinanziert, die der politischen Ăberzeugung Washingtons widersprachen.âcite-ref-64[64]
Zudem ist insbesondere in populärwissenschaftlichen Dokumentationen argumentiert worden, dass der Marshallplan im Wesentlichen den amerikanischen Wirtschaftsinteressen in Europa diente. Zweifelsohne verstärkte sich der Handel zwischen den USA und Europa in dieser Zeit und die Interessen einzelner Wirtschaftszweige der USA wurden bei der Planung des Programms berĂźcksichtigt. Dennoch verringerte sich der amerikanische Ăberschuss in der Handelsbilanz. Zudem gab es in den USA Stimmen, die das Gegenteil befĂźrchteten: dass mit amerikanischen Steuergeldern Konkurrenten (z. B. bei der Handelsschifffahrt) aufgebaut werden wĂźrden.cite-ref-65[65]
Politische Bedeutung
Es ist weitgehend unumstritten, dass der Marshallplan zur Blockbildung im Rahmen der Containment-Politik des US-Präsidenten Truman beigetragen hat. Die USA wollten mit ihm âeine umfassende Stabilisierung [erreichen], mit der auf Europa auch Druck ausgeĂźbt wurde, um eine nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Zusammenarbeit zu sichern.âcite-ref-66[66] Somit befĂśrderte der Marshallplan die Akzeptanz fĂźr die hegemoniale Stellung der USA in Westeuropa.cite-ref-67[67]
Welche Rolle das Angebot an die UdSSR und der mit ihr verbßndeten Staaten, am Programm teilzunehmen, spielte, ist kontrovers diskutiert worden. Nach der Auswertung von Archiven der ehemaligen Sowjetunion sind Forscher zu dem Schluss gekommen, dass zumindest anfangs die Fßhrung der UdSSR eine Beteiligung am Programm ernsthaft erwogen hat.cite-ref-68[68] Fßr die USA kommt Hogan zu dem Ergebnis, dass eigentlich nur die westeuropäischen Staaten unterstßtzt werden sollten.cite-ref-69[69] Ob die USA mit dem Marshallplan die sowjetische Expansion zurßckdrängte oder damit die Teilung Deutschlands und Europas aktiv betrieben und bewirkt haben, ist auch eine Frage des politischen Standpunkts und deshalb kontrovers.cite-ref-70[70]
Charles Bettelheim geht davon aus, dass es allein der Marshallplan war, der es Frankreich ermĂśglichte, in einer wirtschaftlich kritischen Situation den Indochinakrieg zu fĂźhren.cite-ref-71[71]
Die politische Bedeutung des Marshallplans fĂźr die drei westlichen Besatzungszonen und die 1949 gegrĂźndete Bundesrepublik Deutschland ist intensiv erforscht worden. Wenig Zweifel bestehen an der groĂen Bedeutung des Marshallplans fĂźr Westdeutschland. In der Forschung wird hervorgehoben, dass die Einbeziehung der drei West-Zonen in den Marshallplan wesentlich zur Bindung der späteren Bundesrepublik an die USA beitrug. Die Folge war auch, dass unter Konrad Adenauer keine eigenständige Ostpolitik betrieben wurde und die BevĂślkerung dies mehrheitlich unterstĂźtzte.cite-ref-72[72] Zudem war die Bundesrepublik bereits bei ihrer GrĂźndung in die Strukturen der OEEC eingebunden, sodass die Deutschen in Europa wieder Gesprächs- und Verhandlungspartner waren. Somit ebnete der Marshallplan der Bundesrepublik Deutschland die RĂźckkehr auf die internationale BĂźhne und ihre Eingliederung in den Welthandel.cite-ref-73[73]
Der Marshallplan gilt als der erste Schritt zur europäischen Integration. Fast alle der in den 1950er Jahren verabschiedeten Wirtschaftskooperationen zwischen den westeuropäischen Staaten gehen auf Ideen zurĂźck, die in der OEEC diskutiert und verhandelt worden waren. Als Beispiele kĂśnnen die Montanunion oder die Europäische Zahlungsunion angefĂźhrt werden. Forscher haben deshalb argumentiert, dass es der Erfolg des Marshallplans war, die Idee der Einigung und Kooperation in Europa verankert zu haben.cite-ref-74[74] Der Leiter der ECA Paul Hoffman sprach bereits 1949 in einer Rede vor Vertretern der OEEC von den âUnited States of Europeâ.cite-ref-75[75]
Wirkung auf die BevĂślkerung
Neben den politischen und wirtschaftlichen Folgen wurden von der jĂźngeren Forschung zum Marshallplan thematisch und methodisch neue Fragestellungen aufgeworfen, wie die âmentale Stabilisierung Europasâ,cite-ref-76[76] also seine Wirkung auf die BevĂślkerung. Dabei spielt die Untersuchung der Propagandatätigkeit der USA in Europa eine Rolle. Letztendlich geht es bei vielen Untersuchungen auch um die Frage, wie es den USA gelang, innerhalb kurzer Zeit zur auch in der BevĂślkerung weitgehend akzeptierten FĂźhrungsmacht in Westeuropa aufzusteigen.cite-ref-77[77]
Dies trifft insbesondere fĂźr die Bundesrepublik Deutschland zu, wo der Marshallplan in der BevĂślkerung auf sehr groĂe Zustimmung stieĂ und von allen Parteien auĂer der KPD begrĂźĂt wurde. Trotz Bedenken und Widerstand von kommunistischen Mitgliedern stimmte auf dem Gewerkschafts-Kongress vom 16. bis 18. Juni 1948 in Recklinghausen die Mehrheit fĂźr die Annahme des Marshallplans.cite-ref-6-78-0[78] Eine Ablehnung wäre wohl der Mehrheit der Mitglieder schwer zu vermitteln gewesen. BezĂźglich der Auswirkungen des Marshallplans fĂźr Westdeutschland kommt Erich Ott zu folgendem Fazit:
âDie groĂe, Ăśffentlichkeitswirksame Aktion [d.h. Marshallplan] wurde in Verbindung mit solch wichtigen Ereignissen wie der Währungsreform, der Berlin-Blockade und dem sich verschärfenden Kalten Krieg von den Amerikanern genutzt, ihr groĂenteils negatives Image im BewuĂtseinsbild der BĂźrger der West-Zone bzw. der Bundesrepublik positiv zu verändern, indem die Vereinigten Staaten sich als Retter und Helfer darstellen konnten. Die politisch-ideologische Wirkung dieser Fakten ist sicherlich als wirksamer und nachhaltiger zu bewerten â insbesondere auf die Konstituierung der Bundesrepublik und die marktwirtschaftliche Ordnung bezogen â als die tatsächlich geleistete materielle Hilfe.âcite-ref-6-78-1[78]
Auch Elke Kimmel kommt zu dem Schluss, dass die BevĂślkerung sehr groĂe Hoffnungen mit dem Marshallplan verband und spricht in einem Dossier der Bundeszentrale fĂźr politische Bildung von einem sehr wirkungsmächtigen Mythos:cite-ref-5-5-1[5]
âGerade angesichts der noch frischen Erinnerungen an die Kriegsverbrechen und an die Bestrafung durch die Alliierten wirkte die Integration wie eine Anerkennung dafĂźr, dass Deutschland dieses Mal auf dem richtigen Weg war. Auf der anderen Seite fĂźhrte dies dazu, dass viele Deutsche die Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus allzu schnell verdrängten â ganz im Sinne der Re-Orientation-Politik der Amerikaner blickten sie lieber in die Zukunft.âcite-ref-5-5-2[5]
Die erzwungene Ablehnung des Marshallplans in den osteuropäischen Ländern stieĂ dort in groĂen Teilen der BevĂślkerung auf Unverständnis. Es zeigte der BevĂślkerung in Polen und der Tschechoslowakei einmal mehr, so Kimmel, wie abhängig die FĂźhrung ihres Landes von der Sowjetunion war. Die Forscherin sieht auch Auswirkungen des âMythos vom Marshallplanâ in der ehemaligen DDR:
âOb berechtigt oder unberechtigt hat sich hier [in den neuen Bundesländern] teilweise bis heute die Ăberzeugung gehalten, die Lasten und die Verantwortung fĂźr die NS-Verbrechen und den Zweiten Weltkrieg allein getragen zu haben. Das Programm Aufbau Ost stellte insofern einen gleichsam nachgeholten âMarshallplanâ fĂźr die neuen Bundesländer dar â allerdings unter wesentlich ungĂźnstigeren Vorzeichen.âcite-ref-5-5-3[5]
Siehe auch
Literatur
Im Auftrag und unter Mitwirkung des Bundesministeriums fĂźr den Marshallplan erstellte Adolf Wittkowski eine Bibliografie (Schrifttum zum Marshallplan und zur wirtschaftlichen Integration Europas, Bad Godesberg 1953).
⢠Literaturverzeichnis von Hans-JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg: Positionen, Kontroversen. Steiner, Stuttgart 1990, ISBN 978-3-515-05761-5, S. 254â256.
⢠Ludolf Herbst, Werner BĂźhrer, Hanno Sowade (Hrsg.): Vom Marshallplan zur EWG: Die Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in die westliche Welt. Institut fĂźr Zeitgeschichte, Verlag Oldenbourg, MĂźnchen 1990, ISBN 978-3-486-55601-8, Auswahlbibliografie S. 615â640 (Eingeschränkte Vorschau auf Google Books).
⢠Die Dissertation des Wirtschaftshistorikers Werner Abelshauser (1975), seine Habilitation (1983) und andere Werke relativieren die Bedeutung von Marshallplan, Währungsreform und Sozialer Marktwirtschaft als auslÜsende Kräfte des Wiederaufstiegs der westdeutschen Wirtschaft (siehe Werner Abelshauser #Forschung).
⢠Gßnter Bischof, Dieter Stiefel (Hrsg.): Images of the Marshall Plan in Europe. Films, Photographs, Exhibits, Posters. Studienverlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2009 (Buch inkl. DVD), ISBN 978-3-7065-4826-7.
⢠Benn Steil: The Marshall Plan: Dawn of the Cold War. Oxford University Press, 2018, ISBN 978-1-5011-0237-0 (englisch).
⢠William I. Hitchcock: The Marshall Plan and the creation of the West. In: Melvyn P. Leffler, Odd Arne Westad (Hrsg.): Origins (= The Cambridge History of the Cold War. Band 1). Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-1-107-60229-8, S. 154â174, doi:10.1017/CHOL9780521837194.009 (englisch).
Weblinks
Wiktionary: Marshallplan
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Commons
: Marshallplan
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Originalton von George Marshalls Rede am 5. Juni 1947 an der Harvard University
⢠Film- und Tondokumente zum Marshallplan in Ăsterreich
⢠kalenderblatt.de: Marshallplan verkßndet
⢠Eintrag zu Marshallplan im Austria-Forum (im AEIOU-Ăsterreich-Lexikon)
⢠Truman Presidential Library: Marshal Plan 1946â1967 (englisch)
⢠Organisation for European Economic Co-operation (englisch)
⢠Die amerikanische Besatzung, Direktive JCS 1067 (April 1945âJuli 1947) (englisch; PDF; 73 kB)
⢠Rede von George Marshall in Harvard am 5. Juni 1947
⢠Deutsche Wirtschaft 1947, Präsidentenreport (englisch)
⢠Deutsches Bewirtschaften 1947, Präsidentenreport (englisch)
⢠Der Marshallplan, Bundeszentrale fßr politische Bildung
⢠Susan Stern âMarshall Plan 1947â1997: A German Viewâ (englisch)
⢠Amerikanische Wirtschaftspolitik in Bezug auf besiegte Länder April 1946
⢠Bildmaterial zum ERP im Bildarchiv der Ăsterreichischen Nationalbibliothek
⢠Plakate zum ERP im Plakatarchiv der Ăsterreichischen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-22. â Das Ende des Marshallplans wird in der Literatur unterschiedlich angesetzt (31. Dezember 1951 oder 30. Juni 1952), daher differiert auch die HĂśhe der Hilfsleistungen. Vgl. Curt Tarnoff: The Marshall Plan: Design, Accomplishments, and Relevance to the Present. In: Report for Congress. Received through the CRS Web, 6. Januar 1997, S. 9â10 (englisch).
cite-note-33. â Manfred Knapp: Deutschland und der Marshallplan. In: Hans-JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Stuttgart 1990, S. 75.
cite-note-44. â Der Marshallplan. In: geschichte-lexikon.de.
cite-note-5-55. â Elke Kimmel: Psychologische Wirksamkeit: Basis des Mythos vom Marshallplan. In: Der Marshallplan â Selling Democracy. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, 2005, abgerufen am 29. Dezember 2020.
cite-note-d-lffer144f-66. â Jost DĂźlffer: Europa im Ost-West-Konflikt 1945â1990. In: Jochen Bleicken u. a. (Hrsg.): Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 18. MĂźnchen 2004, ISBN 3-486-49105-9, S. 144 f.
cite-note-77. â Elke Kimmel: Besatzungspolitische Ausgangsposition. In: Dossier: Der Marshallplan â Selling Democracy. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, 2005, abgerufen am 6. Januar 2021.
cite-note-88. â Rudolf Morsey: Die Bundesrepublik Deutschland bis 1969. In: Lothar Gall u. a. (Hrsg.): Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 19. MĂźnchen 2007, ISBN 978-3-486-58319-9, S. 7 f.
cite-note-99. â Eric Roll: The Marshall-Plan As Anglo American Response. In: Stanley Hoffmann u. a. (Hrsg.): The Marshall Plan: A Retrospective. London 1984, S. 40 f. (marshallfoundation.org [PDF]).
cite-note-1010. â John Lewis Gaddis: We Now Know.
cite-note-1-1111. â Michael J. Hogan: European Integration And The Marshall Plan. In: Stanley Hoffmann u. a. (Hrsg.): The Marshall Plan: A Retrospective. London 1984, S. 1â6, hier S. 3 (marshallfoundation.org [PDF]).
cite-note-1212. â Gerd Hardach: Der Marshall-Plan, dtv Verlag, 1994, S. 29 ff.
cite-note-2-1313. â John Gimbel: Die Entstehung der Marshall-Plans. In: Hans JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Stuttgart 1990, S. 9â19, hier S. 17 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-0-1414. â Text der Rede von George C. Marshall an der Harvard University, 5. Juni 1947 im Original: https://en.wikisource.org/wiki/The_Marshall_Plan_Speech Ăbersetzung zitiert nach: Themenportal Europäische Geschichte, 2010, https://www.europa.clio-online.de/quelle/id/q63-28407.
cite-note-1515. â Gerd Hardach: Der Marshall-Plan, dtv 1994, S. 48.
cite-note-1616. â Rebecca Belvederesi-Kochs und Paul Thomes, Der Marshall-Plan, in: Themenportal Europäische Geschichte, 2010 (online).
cite-note-1717. â Der Blick von Osten â Der Marshallplan, Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, 31. Oktober 2005.
cite-note-1818. â Michael J. Hogan: The Marshall Plan : America, Britain, and the reconstruction of Western Europe, 1947-1952. Cambridge 1987, S. 46 ff. und 54 (archive.org).
cite-note-1919. â Vgl. Hogan 1987, S. 74 f.
cite-note-2020. â Rebecca Belvederesi-Kochs und Paul Thomes, Der Marshall-Plan, in: Themenportal Europäische Geschichte, 2010 (online).
cite-note-3-2121. â John Gimbel: Die Entstehung der Marshall-Plans. In: Hans JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Stuttgart 1990, S. 9â19, hier S. 18 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-2222. â Eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Forschungsergebnisse findet sich hier: Jost DĂźlffer: Europa im Ost-West-Konflikt 1945â1990. In: Jochen Bleicken u. a. (Hrsg.): Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 18. MĂźnchen 2004, ISBN 3-486-49105-9, S. 144.
cite-note-4-2323. â Curt Tarnoff: The Marshall Plan: Design, Accomplishments, and Relevance to the Present. (PDF) In: Report for Congress. Received through the CRS Web, 6. Januar 1997, S. 13, abgerufen am 24. Januar 2021 (englisch).
cite-note-2424. â Michael J. Hogan: The Marshall Plan : America, Britain, and the reconstruction of Western Europe, 1947-1952. Cambridge 1987, S. 161 f. (archive.org).
cite-note-2525. â Ritschl, Albrecht: The Marshall Plan, 1948-1951. In: EH.Net Encyclopedia. Robert Whaples, 10. Februar 2008, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch).
cite-note-2626. â Curt Tarnoff:: The Marshall Plan: Design, Accomplishments, and Relevance to the Present. (PDF) In: Report for Congress. Received through the CRS Web. 6. Januar 1997, abgerufen am 4. November 2022 (englisch).
cite-note-2727. â Manfred Knapp: Deutschland und der Marshallplan. In: Hans-JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Stuttgart 1990, S. 35 - 59, hier S. 45. Dort Quelle: Wiederaufbau im Zeichen des Marshallplanes 1948â1952, hrsg. v. Bundesminister fĂźr den Marshallplan, Bonn 1953, S. 158.
cite-note-2828. â Vgl. z. B. Table No 1075 "US Government Foreign Grants and Credits by Country Postwar to 1953" in: U.S. Bureau of the Census, Statistical Abstract of the United States: 1954 (1955) table 1075 pp. 899â902 online edition http://www2.census.gov/prod2/statcomp/documents/1954.zip
cite-note-291. Manfred Knapp: Deutschland und der Marshallplan. In: Hans-JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Stuttgart 1990, S. 35 ff., hier S. 45.
cite-note-3030. â Economic Cooperation Administration (Hrsg.): Counterpart Funds. Europe's Contribution to the Marshall Plan (= InformationsbroschĂźre des ECA). Washington 25, D.C. 1950 (englisch, marshallfoundation.org [PDF]).
cite-note-3131. â Wilfried Loth: Die Teilung der Welt 1941â1945. MĂźnchen 1982, ISBN 3-423-04012-2, S. 204 ff.
cite-note-3232. â John Killick: United States and European Reconstruction 1945â1960. In: archiv.org. Edinburgh, 1997, abgerufen am 19. Januar 2021 (englisch, vgl. S. 100 f.).
cite-note-3333. â Ulrike Wronski: Der Marshallplan â die Geschichte des finanziellen Nachkriegs-Hilfsprogramms. Abgerufen am 22. Januar 2021.
cite-note-342. John Killick: United States and European Reconstruction 1945â1960. In: archiv.org. Edinburgh, 1997, abgerufen am 19. Januar 2021, S. 101.
cite-note-353. Vgl. Killick 1997, S. 102.
cite-note-3636. â Elke Kimmel: Kulturelles Begleitprogramm. In: Der Marshallplan â Selling Democracy. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, 31. Oktober 2005, abgerufen am 24. Januar 2021.
cite-note-3737. â Curt Tarnoff: The Marshall Plan: Design, Accomplishments, and Relevance to the Present. (PDF) In: Report for Congress. Received through the CRS Web, 6. Januar 1997, abgerufen am 24. Januar 2021 (englisch).
cite-note-3838. â In einem Bericht an den Senat 1951 heiĂt es: âProductivity in French industry is better than in several other Marshall-plan countries but it still requires four times as many man-hours to produce a Renault automobile as it does for a Chevrolet, and the products themselves are hardly comparable.â Zitiert nach: ebd. S. 12 f.
cite-note-3939. â Sissel Bjerrum Fossat: American Lessons in Mass Production and Mass Consumption: Danish Study Visits to the United States under the Marshall Plan's Technical Assistance Programme. In: Contemporary European History 27.4 (2018): 582â600.
cite-note-4040. â US$-Inflationsrechner. In: usinflationcalculator.com.
cite-note-4141. â 65 Jahre Marshallplan. In: bpb.de. Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, abgerufen am 31. Mai 2019.
cite-note-8-4242. â 75 Jahre Marshallplan | KfW. Abgerufen am 16. Oktober 2024.
cite-note-4343. â Ulrike Wronski: Der Marshallplan â die Geschichte des finanziellen Nachkriegs-Hilfsprogramms. Abgerufen am 31. Mai 2019.
cite-note-4444. â Mythos oder Masterplan? (Memento vom 14. Dezember 2018 im Internet Archive) In: Erstes Deutsches Fernsehen. Angerufen im Dezember 2018.
cite-note-stiefel-4545. â Dieter Stiefel: âHilfe zur Selbsthilfeâ â Der Marshallplan in Ăsterreich, 1945â1952. In: Ernst BruckmĂźller: Wiederaufbau in Ăsterreich â Rekonstruktion oder Neubeginn? Oldenbourg, 2006, ISBN 978-3-486-57864-5, S. 90â101, hier S. 97 f.
cite-note-4646. â Stefan Sailer: Start-ups profitieren vom Marshallplan. In: orf.at. 28. Dezember 2017, abgerufen am 29. Dezember 2017. â Bild von der Unterzeichnung, aktuell gefĂśrdert: Innovative Betriebe, Start-ups.
cite-note-4747. â Die folgende Quelle, eine parlamentarische Anfrage vom April 1951 und die Antwort der Regierung, gibt einen Eindruck, inwiefern die Teilnahme umstritten war. Quelle: eda: EidgenĂśssisches Department fĂźr auswärtige Angelegenheiten
cite-note-4848. â Marti, Simon: Die aussenpolitschen Eliten der Schweiz und der Beginn der europäischen Integration. In: Basler Schriften zur europäischen Integration. Band 80. Basel 2006.
cite-note-4949. â Gardner, Roy: The Marshall Plan Fifty Years Later: Three What-Ifs and a When. In: Martin Schain (Hrsg.): The Marshall Plan: Fifty Years Later. New York 2001, S. 119â129 (Figure 5.1 (S. 120), die Angaben hat der Autor Ăźbernommen aus: Wexler, Imanuel, The Marshall Plan Revisited: The European Recovery Program in Economic Perspective, Westport 1983.).
cite-note-7-5050. â Rudolf Morsey: Die Bundesrepublik Deutschland bis 1969. In: Lothar Gall u. a. (Hrsg.): Oldenbourg Grundriss der Geschichte. 5. Auflage. Band 19. R. Oldenbourg Verlag, MĂźnchen 2007, ISBN 978-3-486-58319-9 (vgl. S. 155 f. mit einem Ăberblick zum Forschungsstand).
cite-note-5151. â Vgl. Tarnoff, 1997, S. 17 f.
cite-note-5252. â Lincoln Gordon: Lessons From the Marshall Plan: Successes and Limits. In: Stanley Hoffmann, Charles Maier (Hrsg.): The Marshall Plan. A Retrospective. Westview Press, Boulder / London 1984, ISBN 0-86531-859-X, S. 53â58, hier S. 53 f. Auf MarshallFoundation.org (PDF; 4,52 MB, englisch), abgerufen am 25. April 2022.
cite-note-5454. â Vgl. DĂźlffer, 2004, S. 144.
cite-note-5555. â Werner Abelshauser: Wiederaufbau vor dem Marshall Plan. In: Vierteljahrshefte fĂźr Zeitgeschichte. Band 29, Nr. 4, 1981, S. 545â578, hier S. 577 (ifz-muenchen.de [PDF]).
cite-note-5656. â Helge Berger, Albert Ritschl: Die Rekonstruktion der Arbeitsteilung in Europa. (PDF) In: Vierteljahrshefte fĂźr Zeitgeschichte, Jg 43, Heft 3. Institut fĂźr Zeitgeschichte MĂźnchen, 1995, S. 473â519, abgerufen am 10. Februar 2021 (hier S. 517).
cite-note-5757. â Vgl. z. B. Werner BĂźhrer: Erzwungene oder freiwillige Liberalisierung? Die USA, die OEEC und die westdeutsche AuĂenhandeĂślspolitik 1949â1952, in: Ludolf Herbst (Hrsg.) et al.: Vom Marshallplan zur EWG â Die Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in die westliche Welt. Oldenbourg Verlag, MĂźnchen 1990, S. 139 ff., hier S. 161.
cite-note-5858. â dt.: âDollar LĂźckeâ â Gemeint ist, dass die europäischen Länder nicht Ăźber genug Dollar-Devisen verfĂźgten, um den Bedarf an ImportgĂźtern aus den USA zu decken.
cite-note-5959. â Vgl. Harold v. B. Cleveland: If There Had Been No Marshall-Plan⌠In: Stanley Hoffmann u. a. (Hrsg.), London 1984, S. 59â64 (PDF).
cite-note-6060. â Abelshauser, 1981, S. 546.
cite-note-6161. â DĂźlffer, 2004, S. 145
cite-note-6262. â Reiner Zilkenat: Der Marshall-Plan und die US-Strategie gegenĂźber Europa. In: Die Linke, Mitteilungen der kommunistischen Plattform. 9. April 2018, abgerufen am 7. Februar 2021.
cite-note-6363. â Vgl. Abelshauser 1981, S. 577.
cite-note-6464. â Abelshauser, 1981, S. 578.
cite-note-6565. â Vgl. Tarnoff, 1997, S. 21.
cite-note-6666. â DĂźlffer, S. 144, bezieht sich auf Hogan, A Cross of Iron. Harry S. Truman and the Origins of the National Security State, 1945â1954, Cambridge 1998, S. 660.
cite-note-6767. â Vgl. Harold v. B. Cleveland: If There Had Been No Marshall-Plan⌠In: Stanley Hoffmann u. a. (Hrsg.), London 1984, S. 59â64 (PDF, hier S. 64).
cite-note-6868. â Vgl. DĂźlffer, 2004, S. 145; D. Parrish, M.M. Narinsky: New Evidende on the Soviet Rejection of the Marshall Plan, 1947. In: Cold War International History Project, Hrsg. Woodrow Wilson International Center for Scholars, Washington 1991.
cite-note-6969. â Vgl. Hogan, 1987.
cite-note-7070. â DĂźlffer, 2004, S. 145.
cite-note-7171. â Charles Bettelheim: Bilan du Travaiilisme. In: Cashiers internationaux, 4. Jg. (1952), no. 32, S. 27 ff., hier S. 39.
cite-note-7272. â Vgl. Morsey, 2007, S. 155.
cite-note-7373. â Vgl. Morsey, 2007, S. 154.
cite-note-7474. â Vgl. Cleveland, 1984, S. 64.
cite-note-7575. â L. Gordon 1984, S. 55 f.
cite-note-7676. â DĂźlffer, 2004 S. 145.
cite-note-7777. â Vgl. DĂźlffer, 2004, S. 145.
cite-note-6-7878. â Erich Ott: Die Bedeutung des Marshall-Plans fĂźr die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland. In: Hans JĂźrgen SchrĂśder (Hrsg.): Marshallplan und westdeutscher Wiederaufstieg. Stuttgart 1990, S. 60â94, hier S. 73.
cite-note-7979. â bundesarchiv.de (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) Inhaltsverzeichnis (PDF) und neun Filmausschnitte.
cite-note-8080. â bpb.de (Dossier), www.sellingdemocracy.org.